Chronik  

 

Die Chronik

Die Gründung unserer Abteilung fiel in einen Zeitraum, in dem durch die fortschreitende Industrialisierung und die damit verbundene Umstellung der Lebensgewohnheiten die Gefahr bestand, dass die in den Fabriken arbeitenden und in den Städten wohnenden Menschen der Natur entfremdet würden. Es entstanden in den deutschen Mittelgebirgen Vereinigungen, die das Wandern und den Schutz der Natur zum Ziel hatten. Der Schwarzwaldverein, der Eifelverein und der Rhönklub zählten bald tausende von Mitgliedern. Auch im Sauer- und Siegerland konnten erste Ansätze in diese Richtung festgestellt werden. So wurde fast zeitgleich mit der Gründung des Sauerländischen Gebirgsvereins im Januar 1891 auch die Abteilung Hilchenbach ins Leben gerufen. Der erste Vorsitzende unserer Abteilung war Richard Hüttenhain, der leider schon mit 39 Jahren im Jahre 1900 viel zu früh verstarb, was für seine damaligen Mitstreiter einen herben Verlust bedeutete.

Bereits im ersten Jahr nach der Gründung (1892) konnte ein Aussichtsturm auf dem 653 m hohen Gillerberg eingeweiht werden. Der Turm wurde ständig und teilweise mit hohem finanziellen Aufwand gewartet und restauriert, und steht heute noch als Wahrzeichen uneigennütziger SGV- Arbeit. Von diesem Turm hat man einen herrlichen Fernblick bis zum Siebengebirge und weit ins Wittgensteiner- und Olper Land hinein.

Stellvertretend für das Wirken aller Vorsitzenden sei an dieser Stelle Wilhelm Münker erwähnt, der von 1903 bis 1921 unsere Abteilung führte. Wilhelm Münker lebte von 1874 bis 1970 und war Ehrenbürger unserer Stadt. Er erlangte weit über Hilchenbach hinaus in ganz Deutschland Bedeutung und Ansehen in der Wanderbewegung und als Mitbegründer des Deutschen Jugendherbergswerkes. Er gründete in Hilchenbach die erste Jugendherberge. Insbesondere durch Wilhelm Münker war das Jugendherbergswerk für ganz Deutschland zunächst eine Einrichtung des SGV, die von Hilchenbach aus gesteuert wurde, so dass Hilchenbach als Wiege des Deutschen Jugendherbergswerks gilt. Sein Andenken hält der SGV in Ehren. Neben unserem Wanderheim trägt die Hilchenbacher Jugendherberge seinen Namen, sein Geburtshaus ist mit einer Erinnerungstafel versehen und auf der Gerichtswiese steht die "Wilhelm-Münker-Buche"

Wie in jedem Verein, so hat es auch bei uns Höhen und Tiefen gegeben. In der Festschrift zu unserem 100-jährigen Jubiläum 1991 haben wir eine ausführliche Chronik verfasst, die Aufschluss über unsere Vereinsentwicklung gibt. Von dieser Festschrift stehen noch einige Exemplare zur Verfügung.

So sei nur noch erwähnt, dass es 1980 Wanderfreund Gerhard Bensberg war, der dem Verein wieder zu neuem Leben verhalf und bis 1989 1. Vorsitzender war. In diese Zeit fiel auch der Bau unseres Vereinsheimes (Wilhelm- Münker- Hütte) im schönen Insbachtal. Die Hütte ist durch den großen Einsatz vieler SGV- Mitglieder letztlich zu dem geworden was sie heute ist. Hier treffen wir uns zu den verschiedensten Veranstaltungen und geselligen Zusammenkünften. Fester Bestandteil der Hüttennutzung sind die "Spinnstube" der SGV- Frauen und die Treffen der "Jungen Familie", die als die jüngste Gruppe in unserer Abteilung hier gute Voraussetzungen für Spiel und Spaß mit den Kindern findet.


Die Vorsitzenden der SGV- Abteilung Hilchenbach von der Gründung bis heute:

1891 bis 1900 Richard Hüttenhain

bis 1903 Julius Kocher

bis 1921 Wilhelm Münker

bis 1923 Hermann Lücking

bis 1932 Julius Diehl

bis 1935 Wilhelm Weyandt

bis 1938 Friedrich Ackermeier

bis 1948 Willy Menn

bis 1955 Erich Sieberg

bis 1964 Franz Stickel

bis 1978 Bernhard Saßmannshausen

bis 1990 Gerhard Bensberg

bis 1995 Ursula Meyer

ab 1996 Eberhard Freyberg